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Incoterms 2020 bei China-Importen: EXW, FOB, CIF oder DDP?

Für Seefracht-Importe aus China ist FOB (bzw. FCA für Container) die übliche Wahl, wenn Sie einen eigenen Spediteur haben: Sie steuern Fracht und Kosten, der Lieferant übernimmt die Exportabfertigung. Ohne eigene Logistik ist DAP oder DDP eines Lieferanten mit EU-Sitz am bequemsten. EXW ist bei China-Importen fast immer ungünstig, und bei CIF sollten Sie wissen, dass die Gefahr schon im Abgangshafen auf Sie übergeht.

  • Tabelle: Kosten und Gefahr
  • Empfehlung je Ausgangslage
  • Typische Fehler vermeiden
Container auf Lkw-Chassis am Terminal

Was Incoterms beim China-Import regeln – und was nicht

Die Incoterms beim China-Import legen fest, wer welche Transportkosten trägt, wo die Gefahr für Verlust und Beschädigung übergeht und wer Export- und Importformalitäten erledigt. Gültig ist (Stand Oktober 2026) die Fassung Incoterms® 2020 der Internationalen Handelskammer (ICC).

Nicht geregelt werden Eigentumsübergang, Zahlungsbedingungen, Gewährleistung und anwendbares Recht. Ein „FOB Shanghai“ sagt also nichts darüber, wann Sie bezahlen oder wann die Ware Ihnen gehört – das gehört in den Kaufvertrag.

Kosten- und Gefahrenübergang im Überblick

Vereinfachte Darstellung der gebräuchlichsten Klauseln für Lieferungen von China nach Deutschland:

KlauselGefahrübergangHauptfracht zahltExportabfertigung ChinaEinfuhr, Zoll, EUStTransportversicherung
EXW (ab Werk)Werk des Lieferanten, unverladenKäuferKäuferKäufernicht geregelt, Käufer sinnvoll
FCA (frei Frachtführer)Übergabe an Ihren Frachtführer, z. B. Container-TerminalKäuferVerkäuferKäufernicht geregelt
FOB (frei an Bord)an Bord des Schiffs im AbgangshafenKäuferVerkäuferKäufernicht geregelt
CFR (Kosten und Fracht)an Bord im AbgangshafenVerkäuferVerkäuferKäufernicht geregelt
CIF (Kosten, Versicherung, Fracht)an Bord im AbgangshafenVerkäuferVerkäuferKäuferVerkäufer, Mindestdeckung ICC (C)
CIP (frachtfrei versichert)Übergabe an ersten FrachtführerVerkäuferVerkäuferKäuferVerkäufer, Deckung ICC (A)
DAP (geliefert benannter Ort)am Bestimmungsort, entladebereitVerkäuferVerkäuferKäuferVerkäufer im eigenen Interesse
DDP (geliefert verzollt)am Bestimmungsort, entladebereitVerkäuferVerkäuferVerkäuferVerkäufer im eigenen Interesse
Incoterms beim China-Import: Gefahrübergang bei EXW im Werk, FCA beim Frachtführer, FOB CFR CIF an Bord, DAP und DDP am BestimmungsortWo die Gefahr auf den Käufer übergeht1WerkChina2FrachtführerTerminal3An BordAbgangshafen4Bestimmungsortentladebereit5VerzolltIhr WerkEXWFCAFOB · CFR · CIFDAPDDPBis zum markierten Punkt trägt der Verkäufer das Risiko.Nur bei DDP übernimmt er auch Einfuhr, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer.
Incoterms im China-Einkauf: EXW, FCA, FOB, CIF, DAP und DDP im Vergleich.

Die vier wichtigsten Klauseln im Detail

Containerumschlag im Hafen beim China-Import
FOB, CIF oder DDP: Wo Kosten und Gefahr auf den Käufer übergehen.

EXW – günstig auf dem Papier, schwierig in China

Bei EXW müssen Sie die Ware im Werk abholen und auch die Ausfuhr aus China anmelden. Das setzt praktisch eine Firma oder einen beauftragten Agenten in China voraus. In der Praxis erledigt der Lieferant die Exportabfertigung dann doch – nur ohne vertragliche Pflicht und mit unklarer Verantwortung. Auch das Verladen ist bei EXW Ihre Sache; ein Schaden beim Beladen geht zu Ihren Lasten.

FOB und FCA – die Standardlösung mit eigenem Spediteur

FOB ist im China-Geschäft die verbreitetste Klausel: Der Lieferant bringt die Ware zum Hafen, erledigt die Ausfuhr und verlädt; Sie buchen Seefracht und Versicherung über Ihren Spediteur. Vorteil: Sie kennen die Frachtkosten, wählen Reederei und Laufzeit und behalten die Kontrolle.

Streng genommen ist FOB für Seefracht mit Massengut gedacht. Bei Containern übergibt der Lieferant die Ware schon am Terminal, Tage vor dem Verladen – die ICC empfiehlt dafür FCA. Im Alltag wird trotzdem meist FOB vereinbart; wichtig ist, dass beide Seiten wissen, was gemeint ist.

CIF – der Lieferant zahlt die Fracht, Sie tragen das Risiko

Bei CIF organisiert der Lieferant Fracht und Versicherung bis zum Bestimmungshafen. Die Gefahr geht aber schon beim Verladen in China auf Sie über. Die vorgeschriebene Mindestversicherung (ICC Klausel C, 110 % des Warenwerts) deckt nur schwere Ereignisse wie Strandung oder Feuer, nicht aber typische Transportschäden wie Nässe oder Bruch. Außerdem bestimmt der Lieferant die Reederei – oft die günstigste, nicht die schnellste – und im Zielhafen können hohe Gebühren anfallen, die Sie tragen.

DDP – bequem, aber mit steuerlichen Fallstricken

Bei DDP liefert der Verkäufer verzollt bis zu Ihrem Werk und zahlt Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Für Sie ist das die einfachste Variante – vorausgesetzt, der Verkäufer kann das rechtssicher. Ein Lieferant ohne EU-Sitz braucht eine EORI-Nummer und in der Regel eine deutsche Umsatzsteuerregistrierung. Ist das nicht der Fall, wird die Einfuhr oft im Namen des Käufers angemeldet – dann sind Sie doch Importeur, ohne es vertraglich zu wissen. Hintergründe im Artikel Zoll und Einfuhrumsatzsteuer.

Welche Klausel passt zu Ihnen?

Passt gut, wenn …

  • FOB/FCA: Sie haben einen Spediteur mit China-Erfahrung und wollen Frachtkosten selbst steuern.
  • CIF/CFR: Einzelne Sendungen ohne eigene Frachtverträge – nur mit eigener Zusatzversicherung.
  • DAP: Lieferant organisiert Transport bis zum Werk, Sie verzollen selbst über Ihren Spediteur.
  • DDP: Sie wollen einen Festpreis frei Werk und eine deutsche Rechnung – sinnvoll bei einem Vertragspartner mit Sitz in Deutschland.

Eher nicht, wenn …

  • EXW ohne eigene Organisation in China.
  • CIF mit Mindestversicherung bei empfindlichen oder hochwertigen Teilen.
  • DDP mit einem Lieferanten ohne EORI und deutsche Steuerregistrierung.
  • FOB oder CIF für Luftfracht oder Bahnfracht – dafür sind FCA, CPT oder CIP gedacht.

Transportweg und passende Klausel

Der Transportweg entscheidet mit, welche Klausel sinnvoll ist. Laufzeiten sind Richtwerte von Hafen bzw. Terminal bis Deutschland, ohne Vor- und Nachlauf (Stand 2026, schwankend je nach Route und Lage im Roten Meer).

TransportwegLaufzeit (Richtwert)Geeignete KlauselnTypisch für
Seefracht Container (FCL/LCL)ca. 30–45 TageFCA, FOB, CFR, CIF, DAP, DDPSerienlieferungen, schwere Teile
Bahnfracht China–Europaca. 18–25 TageFCA, CPT, CIP, DAP, DDPEilige Teilmengen, mittlere Werte
Luftfrachtca. 3–7 TageFCA, CPT, CIP, DAP, DDPMuster, Engpässe, leichte Teile mit hohem Wert
Kurier/Expressca. 3–6 Tagemeist DAP oder DDPErstmuster, Dokumente

Typische Fehler bei Incoterms im China-Einkauf

Ort fehlt oder ist falsch

„FOB“ allein ist unvollständig. Richtig ist z. B. „FOB Ningbo Incoterms® 2020“. „FOB Hamburg“ ist bei Import aus China sachlich falsch – FOB bezieht sich immer auf den Abgangshafen.

Version nicht genannt

Ohne „Incoterms® 2020“ bleibt offen, ob die Fassung 2010 gemeint ist. Die Unterschiede sind gering, aber z. B. bei der Versicherung unter CIP relevant.

Versicherung unterschätzt

Unter FOB und FCA ist die Ware ab Hafen bzw. Terminal nicht automatisch versichert. Eine laufende Transportversicherung (Generalpolice) kostet meist nur Promille des Warenwerts.

Zielhafengebühren übersehen

Bei CIF/CFR zahlen Sie Terminal- und Entladegebühren im Zielhafen. Manche Verkäufer kalkulieren die Seefracht knapp und lassen den Rest beim Käufer anfallen.

Incoterm und Zahlungsziel verwechselt

Ein Akkreditiv oder „30 % Anzahlung, 70 % gegen Konnossementkopie“ ist eine Zahlungsbedingung, kein Incoterm – beides muss separat vereinbart werden.

Zollwert falsch abgeleitet

Unabhängig vom Incoterm ist der Zollwert in der EU eine CIF-Basis. Bei EXW oder FOB müssen Sie Vorlauf, Fracht und Versicherung bis zur EU-Grenze hinzurechnen.

Lieferbedingungen bei TOP Asia Technik GmbH

Standard bei TOP Asia Technik GmbH ist die Lieferung frei Haus (DDP): Der Transport ist im Preis enthalten, wir verzollen, zahlen Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, und Sie erhalten eine deutsche Rechnung in Euro mit 19 % Umsatzsteuer. Ihr Vertragspartner ist eine deutsche GmbH. Auf Wunsch liefern wir auch EXW oder zu anderen Incoterms – dann muss kein Frachtpuffer eingepreist werden, was für Sie günstiger sein kann. Die Lieferbedingungen stimmen wir mit Ihnen ab.

Auf Wunsch sind auch Sicherheitsbestände, Rahmenabrufe oder ein Konsignations- bzw. Zwischenlager, z. B. beim Spediteur, möglich; die Lagerkosten trägt dabei der Kunde. Mehr zum Vorgehen unter Beschaffung aus China; eine Kalkulation für Ihr Teil erhalten Sie über das Anfrageformular. Für Teile mit hohem Gewicht wie Gussteile oder Maschinengestelle lohnt der Vergleich der Frachtvarianten besonders.

Häufige Fragen zu Incoterms bei China-Importen

Ist FOB oder CIF günstiger?

Für regelmäßige Sendungen meist FOB, weil Sie mit Ihrem Spediteur bessere Frachtraten und Transparenz bei den Nebenkosten erreichen. CIF kann bei Einzelsendungen bequem sein, versteckt aber Kosten im Zielhafen.

Wann geht bei FOB die Gefahr über?

Wenn die Ware an Bord des Schiffs im benannten Abgangshafen ist. Schäden beim Vorlauf zum Hafen und beim Verladen trägt der Verkäufer.

Gibt es schon Incoterms 2030?

Stand Oktober 2026 sind die Incoterms® 2020 die gültige Fassung. Die ICC überarbeitet die Regeln etwa alle zehn Jahre; vereinbaren Sie die Version immer ausdrücklich.

Welcher Incoterm gilt bei Bahnfracht aus China?

Für Bahn- und Luftfracht passen FCA, CPT, CIP, DAP oder DDP. FOB und CIF sind nach den Regeln nur für See- und Binnenschiffstransport vorgesehen.

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