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Sinterteile und MIM-Teile nach Zeichnung – Pulvermetallurgie in Serie

Wir beschaffen Sinterteile und MIM-Teile (Metallpulverspritzguss) nach Ihrer Zeichnung aus Werken in China – von gepressten Formteilen und Sinterlagern bis zu kleinen, komplexen Edelstahlteilen. Pulvermetallurgie spart bei großen Serien Material und Zerspanung; wir prüfen mit Ihnen, ob Ihr Teil dafür geeignet ist.

  • Pressen-Sintern und Metallpulverspritzguss
  • Fe-Cu-C, Bronze, 316L, 17-4PH
  • wirtschaftlich bei großen Serien
Sinterteile aus Eisen und Sinterlager aus Bronze
  • Seit 2011 aus Jena
  • Rund 120 Partnerwerke in China
  • Ein Vertragspartner in Deutschland
  • Prüfung vor Versand inklusive

Wann Sintern statt Zerspanen oder Feinguss?

Pulvermetallurgie formt Teile endkonturnah in einem Werkzeug. Das Material wird fast vollständig genutzt, Zerspanung entfällt weitgehend. Dafür braucht es ein Presswerkzeug oder eine Spritzgussform – die Kosten amortisieren sich erst über große Stückzahlen.

Als Faustregel lohnen sich gepresste Sinterteile und MIM-Teile vor allem bei großen, wiederkehrenden Serien, weil sich das Werkzeug über die Menge amortisieren muss. Eine feste Mindestmenge gibt es bei uns nicht – ob sich die Beschaffung lohnt, hängt von Teil, Menge und Werkzeugkosten ab. Bei kleineren Mengen sind CNC-Präzisionsteile oder Feinguss meist günstiger.

Technischer Steckbrief: Sinterteile und MIM-Teile

MerkmalAngabe
WerkstoffePressen-Sintern: Fe, Fe-Cu, Fe-Cu-C (z. B. MPIF FC-0208), Fe-Ni-Mo, Sinterbronze CuSn10, Sinterstahl rostfrei 316L / 410L; MIM: 316L, 17-4PH (1.4542), 42CrMo4, Fe-2Ni, Ti-6Al-4V
Teilegewicht / GrößePressen-Sintern ca. 1 g–2 kg, Höhe in Pressrichtung meist bis ca. 2,5 × Durchmesser; MIM ca. 0,1–100 g, Wandstärke 0,5–6 mm; größere Teile auf Anfrage
ToleranzenSinterteil radial IT8–IT10, nach Kalibrieren IT6–IT7; in Pressrichtung IT11–IT12; MIM ca. ±0,3–0,5 % vom Nennmaß, mindestens ca. ±0,03 mm
Oberflächen / NachbearbeitungKalibrieren, Dampfbehandlung, Härten oder Sinterhärten, Ölimprägnieren (Sinterlager), Harzimprägnieren für Dichtheit, Gleitschleifen, Nachbearbeitung von Querbohrungen und Gewinden
StückzahlenKeine feste Mindestmenge – ob sich die Beschaffung lohnt, hängt von Teil, Menge und Werkzeugkosten ab; sprechen Sie uns an; Pressen-Sintern und MIM rechnen sich typischerweise bei großen Serien
PrüfungenDichte nach ISO 2738, Maßbericht, Härte (scheinbar und Gefüge), Gefügeschliff, Zugversuch an Probestäben, Porenfüllgrad bei Sinterlagern
LieferzeitErstmuster im besten Fall nach ca. 3 Wochen, meist länger – je nach Komplexität bis ca. 10 Wochen; Serienfertigung je nach Menge und Komplexität ca. 4–8 Wochen (reine Produktionszeit, zzgl. Transport); Werkzeugbau in der Erstmusterzeit enthalten
Daten für die AnfrageZeichnung und 3D-Modell, Funktion des Teils, geforderte Festigkeit oder Dichte, Werkstoff oder Norm, Oberflächenbehandlung, Jahresbedarf

Pulvermetallurgie im Vergleich: Sinterteile, MIM, Feinguss, Zerspanen

Sinterteile aus Eisen und MIM-Teile aus Edelstahl
Sinterteile für einfache Formen, MIM-Teile für kleine, komplexe Geometrien.
KriteriumPressen-SinternMIMFeingussZerspanen
Typische Teilegröße1 g–2 kg0,1–100 g10 g–100 kgnahezu beliebig
Dichte85–92 % (6,6–7,2 g/cm³ bei Fe)96–99 %ca. 100 %100 %
Geometrie2,5D, keine Hinterschnitte quer zur Pressrichtungkomplex 3D, kleine Detailskomplex 3Ddurch Werkzeugzugang begrenzt
Werkzeugkosten (Richtwert)ca. 5.000–30.000 €ca. 10.000–50.000 €ca. 2.000–20.000 €keine
Wirtschaftlich abgroße Seriengroße Serien, kleine Teilekleine bis mittlere SerienEinzelstück

Konstruktionshinweise für Sinterteile

Sinterzahnrad mit Nabe im Detail
Pressrichtung und gleichmäßige Dichte – Konstruktionsregeln für Sinterteile.

In Pressrichtung denken

Das Pulver wird axial verpresst. Formelemente parallel zur Pressrichtung sind problemlos, Querbohrungen, Quernuten und Hinterschnitte müssen nachträglich zerspant werden.

Höhe zu Durchmesser begrenzen

Lange, schlanke Teile verdichten ungleichmäßig. Ein Verhältnis Höhe zu Durchmesser bis etwa 2,5–3 ergibt eine gleichmäßige Dichte.

Keine Messerkanten

Spitze Kanten und Wände unter etwa 1,5–2 mm brechen im Grünling oder im Werkzeug. Kleine Fasen und Radien verlängern die Werkzeugstandzeit.

Stufen statt Schrägen

Mehrere Höhenstufen sind mit geteilten Stempeln machbar. Jede Stufe erhöht aber die Werkzeugkosten – so wenige wie möglich vorsehen.

Kalibrieren gezielt nutzen

Nur die Funktionsmaße, etwa Lagerbohrung oder Außendurchmesser, eng tolerieren. Diese werden kalibriert; der Rest bleibt im Sinterzustand.

MIM-Teile: Metallpulverspritzguss für kleine, komplexe Teile

Beim Metallpulverspritzguss wird feines Metallpulver mit Binder zu einem Granulat (Feedstock) gemischt und auf Spritzgießmaschinen verarbeitet. Nach dem Entbindern schwindet das Teil beim Sintern um rund 15–20 % und erreicht 96–99 % Dichte – mit Eigenschaften nahe am Knetwerkstoff.

MIM eignet sich für kleine Teile mit Details, die zerspant teuer wären: Verriegelungen, Hebel, Schloss- und Werkzeugteile, Komponenten für Mess- und Gerätetechnik. Werkstoffe sind in ISO 22068 und MPIF Standard 35 beschrieben.

  • Gleichmäßige Wandstärken vorsehen, Masseanhäufungen aushöhlen
  • Eine ebene Auflagefläche für das Sintern einplanen, sonst verzieht sich das Teil
  • Anspritzpunkt und Auswerfermarken mit dem Werk abstimmen
  • Funktionsmaße enger als ±0,3 % nur mit Nachbearbeitung

Sinterlager und typische Qualitätsthemen

Sinterlager aus Bronze, zylindrisch und mit Bund
Sinterlager aus Bronze sind ölgetränkt und wartungsfrei.

Sinterlager richtig spezifizieren

Sinterlager aus Bronze oder Eisen-Kupfer haben etwa 15–30 % Porenraum, gefüllt mit Öl. Ölsorte, Porenfüllgrad und Einpresspassung gehören auf die Zeichnung.

Dichteschwankungen

Ungleichmäßige Dichte führt zu Festigkeitsunterschieden. Wir lassen die Dichte nach ISO 2738 an definierten Teilbereichen im Erstmuster nachweisen.

Korrosion bei Eisenwerkstoffen

Poröse Sinterteile rosten von innen. Dampfbehandlung, Ölung oder Harzimprägnieren vor dem Beschichten vereinbaren; galvanische Schichten ohne Imprägnieren sind kritisch.

Verzug bei MIM

Die große Schwindung erzeugt Verzug an dünnen, langen Partien. Ebenheitsforderungen früh mit dem Werk klären, ggf. Kalibrieren oder Richten einplanen.

Kostentreiber bei Pulvermetallurgie – und wo Sie sparen

Werkzeugkomplexität

Jede Höhenstufe braucht einen eigenen Stempel, jeder MIM-Schieber erhöht die Formkosten. Eine Vereinfachung der Kontur senkt die Einmalkosten oft stärker als der Teilepreis.

Nacharbeit

Querbohrungen, Gewinde und Schleifen kosten bei Sinterteilen mehr als der eigentliche Sinterprozess. Funktionen möglichst in Pressrichtung legen.

Dichte und Werkstoff

Höhere Dichte erfordert Doppelpressen oder Warmpressen. Fe-Cu-C ist deutlich günstiger als Fe-Ni-Mo oder rostfreie Pulver – nur so viel Festigkeit wie nötig fordern.

Losgröße und Ofenbelegung

Sinteröfen arbeiten kontinuierlich. Größere Lose mit Rahmenabruf senken die Rüst- und Anlaufkosten je Teil spürbar.

Ablauf für Sinterteile und MIM-Teile

Eignung prüfen

Geometrie, Stückzahl und Werkstoff bewerten; Vergleich mit Zerspanen, Feinguss oder Stanzteilen.

Angebot mit Werkzeugkosten

Teilepreis und Werkzeugkosten getrennt; Hintergründe im Ratgeber Werkzeugkosten.

Werkzeug und Erstmuster

Erstmuster mit Maßbericht, Dichte, Härte und Gefüge; Freigabe durch Sie.

Serie

Serienprüfplan je Sintercharge, Rückverfolgbarkeit über Pulverchargen, Lieferung nach vereinbartem Incoterm.

Häufige Fragen zu Sinterteilen und MIM-Teilen

Sind Sinterteile so fest wie gedrehte Teile?

Gepresste Sinterteile erreichen wegen der Restporosität geringere Festigkeit und Zähigkeit als Vollmaterial. Fe-Cu-C-Werkstoffe kommen gehärtet aber auf Zugfestigkeiten von mehreren hundert MPa und reichen für viele Zahnräder, Naben und Hebel aus.

Was ist der Unterschied zwischen Sinterteil und MIM-Teil?

Sinterteile werden aus Pulver gepresst, MIM-Teile spritzgegossen. MIM erlaubt komplexere 3D-Formen und höhere Dichte, ist aber auf kleine Teile begrenzt und hat höhere Werkzeugkosten.

Können Sinterteile gehärtet werden?

Ja, durch Einsatzhärten, Vergüten oder Sinterhärten direkt im Sinterofen. Wegen der Porosität wird die Härte als scheinbare Härte gemessen; aussagekräftiger ist die Gefügehärte.

Sind Sinterteile dicht?

Nicht automatisch. Für Teile, die Druck halten müssen, ist Harzimprägnieren nötig. MIM-Teile mit über 96 % Dichte sind in der Regel dicht.

Lassen sich Zahnräder als Sinterteil herstellen?

Ja, gerad- und schrägverzahnte Stirnräder bis etwa mittlerer Belastung sind ein klassisches Sinterteil. Für hoch belastete Getriebe bleiben gefräste und geschliffene Zahnräder die bessere Wahl.

Welche Edelstähle gibt es als MIM-Teil?

Am häufigsten 316L für Korrosionsbeständigkeit und 17-4PH (1.4542) für hohe Festigkeit nach Ausscheidungshärtung. Auch 420 und 440C für verschleißfeste Teile sind verbreitet.

Verwandte Teilearten

Anfrage: Sinterteile & MIM nach Ihrer Zeichnung

Laden Sie Zeichnung und 3D-Modell hoch, nennen Sie Menge und Termin – wir prüfen die Machbarkeit und melden uns mit Rückfragen oder einem Angebot.

  • Technische Klärung vor der Angebotsanfrage
  • Angebote aus geprüften Partnerwerken
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