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Import aus China: Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Antidumping
Beim Import aus China fallen Zoll nach der Zolltarifnummer (für viele Industrieteile etwa 0–8 % auf den CIF-Wert) und 19 % Einfuhrumsatzsteuer an, die Unternehmen in der Regel als Vorsteuer abziehen können. Teuer wird es bei Antidumpingzöllen – etwa auf Stahlschrauben (bis 86,5 %) oder Aluminium-Strangpressprofile (bis 32,1 %). Seit 2026 kommt für Eisen-, Stahl- und Aluminiumwaren oberhalb von 50 t pro Jahr außerdem CBAM hinzu.
- Zollwert und EUSt mit Rechenbeispiel
- Antidumping: Schrauben, Alu-Profile
- CBAM-Pflichten ab 2026

Stand und Haftung
Stand der Angaben: Oktober 2026. Zollsätze, Antidumpingmaßnahmen und CBAM-Regeln ändern sich häufig. Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Steuerberatung – alle Angaben ohne Gewähr, bitte im Einzelfall mit Zollamt, Spediteur oder Steuerberater prüfen.
Import aus China: Welche Abgaben anfallen
Beim Import aus China in die EU entstehen bei der Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr bis zu vier Arten von Abgaben: der reguläre Zoll (Drittlandszollsatz), gegebenenfalls Antidumping- oder Ausgleichszölle, die Einfuhrumsatzsteuer und – für bestimmte Waren – Pflichten aus dem CO₂-Grenzausgleich (CBAM). Hinzu kommen Kosten für Verzollung, Fracht und Hafengebühren.
Mit China besteht kein Freihandelsabkommen; Waren chinesischen Ursprungs erhalten keine Präferenz. Es gilt also immer der volle Drittlandszollsatz – ein Ursprungszeugnis „Form A“ oder eine Lieferantenerklärung bringt hier keine Zollermäßigung.
Zolltarifnummer und TARIC: die Grundlage für alles

Jede Ware wird einer Zolltarifnummer zugeordnet. Für die Einfuhranmeldung in Deutschland ist das die 11-stellige Codenummer: 8 Stellen Kombinierte Nomenklatur (KN), 2 Stellen TARIC, 1 nationale Stelle. Aus dieser Nummer ergeben sich Zollsatz, Antidumpingmaßnahmen, CBAM-Pflicht und Genehmigungen.
Nachschlagen können Sie im TARIC der EU-Kommission oder im Elektronischen Zolltarif (EZT-Online) des deutschen Zolls. Bei Zweifeln – etwa ob ein bearbeitetes Gussteil als „Ware aus Gusseisen“ oder als „Maschinenteil“ einzureihen ist – lohnt eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA): kostenlos, EU-weit bindend und drei Jahre gültig.
- Schrauben aus Stahl (z. B. KN 7318 15 88): Zollsatz 3,7 %
- Profile aus Aluminiumlegierung (KN 7604 29): Zollsatz 7,5 %
- Andere Waren aus Kunststoff (KN 3926 90 97): Zollsatz 6,5 %
- Viele Maschinenteile der Kapitel 84 und 85: etwa 0–4 %
Zollwert: CIF-Basis und Hinzurechnungen
Bemessungsgrundlage für den Zoll ist der Zollwert. In der EU ist das in der Regel der Transaktionswert (Rechnungspreis) zuzüglich aller Kosten für Beförderung und Versicherung bis zum Ort des Verbringens in die EU – also eine CIF-Basis bis zur EU-Grenze, unabhängig vom vereinbarten Incoterm. Bei Lieferung FOB Shanghai rechnen Sie Seefracht und Versicherung bis Hamburg hinzu.
Hinzuzurechnen sind nach Art. 71 Unionszollkodex außerdem bestimmte Leistungen des Käufers, die nicht im Preis stecken – praktisch besonders wichtig: Werkzeuge, Formen und Gussmodelle, die Sie separat bezahlen oder beistellen, sowie Lizenzgebühren, die Voraussetzung für den Kauf sind. Wie Werkzeuge bezahlt werden, erklärt der Artikel Werkzeugkosten in China.
Einfuhrumsatzsteuer: 19 % und Vorsteuerabzug
Die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) beträgt für Industrieteile 19 %. Bemessungsgrundlage ist der Zollwert zuzüglich Zoll, Antidumpingzoll und der Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort in Deutschland (§ 11 UStG).
Unternehmer können die entstandene EUSt als Vorsteuer abziehen (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG), wenn die Ware für ihr Unternehmen eingeführt wurde. Liquiditätswirksam ist sie trotzdem, bis die Erstattung über die Umsatzsteuer-Voranmeldung erfolgt – mit einem Aufschubkonto beim Zoll lässt sich die Zahlung zeitlich strecken. Der Zoll selbst und Antidumpingzölle sind dagegen echte Kosten.
Rechenbeispiel: Schrauben aus China
Fiktives Beispiel, Lieferung FOB Shanghai, Werte gerundet. Spalte rechts: wenn der Hersteller unter den Antidumpingsatz für „alle übrigen Unternehmen“ fällt.
| Position | Ohne Antidumping | Mit 86,5 % Antidumping |
|---|---|---|
| Warenwert FOB Shanghai | 20.000 € | 20.000 € |
| + Seefracht und Versicherung bis Hamburg | 1.500 € | 1.500 € |
| = Zollwert (CIF EU-Grenze) | 21.500 € | 21.500 € |
| Zoll 3,7 % | 796 € | 796 € |
| Antidumpingzoll | – | 18.598 € |
| + Nachlauf Hamburg–Werk | 400 € | 400 € |
| Bemessungsgrundlage EUSt | 22.696 € | 41.294 € |
| EUSt 19 % (als Vorsteuer abziehbar) | 4.312 € | 7.846 € |
| Endgültige Kostenbelastung aus Abgaben | 796 € | 19.394 € |
Antidumpingzölle: wo sie Zeichnungsteile treffen
Antidumpingzölle erhebt die EU auf Waren, die nach ihren Feststellungen unter dem Normalwert verkauft werden. Sie gelten in der Regel fünf Jahre, bleiben während einer Auslaufüberprüfung in Kraft und sind je Hersteller unterschiedlich hoch. Entscheidend ist der nichtpräferenzielle Ursprung – ein Umweg über Drittländer ändert nichts, Umgehungen werden verfolgt und können zur Ausweitung der Zölle führen.
Verbindungselemente aus Eisen oder Stahl
Durchführungsverordnung (EU) 2022/191, in Kraft seit 18. Februar 2022: Schrauben, Bolzen und Unterlegscheiben aus Eisen oder Stahl, nicht aus nichtrostendem Stahl (u. a. KN 7318 12 90, 7318 14, 7318 15, Teile von 7318 21/22). Sätze 22,1–48,8 % für namentlich genannte Hersteller, 39,6 % für weitere kooperierende Unternehmen, 86,5 % für alle übrigen. Die reguläre Laufzeit endet im Februar 2027; ob eine Auslaufüberprüfung eingeleitet wird, sollten Sie verfolgen. Relevant auch für Sonderschrauben nach Zeichnung.
Aluminium-Strangpresserzeugnisse
Durchführungsverordnung (EU) 2021/546: Stangen, Profile und Rohre aus Aluminium, auch abgelängt, gebohrt, gebogen oder mit Gewinde versehen (u. a. KN 7604, 7608, Teile von 7610 90 90). Sätze 21,2–32,1 %. Die Maßnahmen liefen regulär bis 31. März 2026; seit 27. März 2026 läuft eine Auslaufüberprüfung, während der die Zölle weiter erhoben werden. Ausgenommen sind u. a. bereits zu Baugruppen montierte Erzeugnisse – relevant für Strangpressprofile und Kühlkörper.
CBAM: CO₂-Grenzausgleich für Eisen, Stahl und Aluminium (Stand 2026)
Seit 1. Januar 2026 gilt die Regelphase des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM). Betroffen sind u. a. Waren aus Eisen und Stahl (z. B. Schrauben der Position 7318, Konstruktionen, andere Stahlwaren) und aus Aluminium (z. B. Profile, Konstruktionen, andere Aluminiumwaren) – die genaue Liste steht in Anhang I der CBAM-Verordnung.
Die Pflichten greifen erst, wenn ein Importeur im Kalenderjahr insgesamt mehr als 50 t CBAM-Waren einführt. Wer darüber liegt, muss zugelassener CBAM-Anmelder sein (in Deutschland über die DEHSt), die eingebetteten Emissionen ermitteln und dafür CBAM-Zertifikate abgeben. Der Verkauf der Zertifikate beginnt am 1. Februar 2027, die erste Jahreserklärung für 2026 ist bis 30. September 2027 fällig. Eine Ausweitung auf rund 180 nachgelagerte Stahl- und Aluminiumprodukte ab 2028 ist vorgeschlagen, aber noch nicht beschlossen.
Seit 1. Juli 2026 gilt außerdem eine neue, unbefristete EU-Schutzmaßnahme für Stahlerzeugnisse wie Bleche, Stäbe und Rohre mit Zollkontingenten und 50 % Zoll außerhalb der Kontingente; ab 1. Oktober 2026 ist der Ort des Erschmelzens („melt and pour“) nachzuweisen. Für fertig bearbeitete Teile ist meist die Tarifierung entscheidend, ob sie betroffen sind.
EORI und wer bei DDP Importeur ist
Wer in der EU Waren anmeldet, braucht eine EORI-Nummer; in Deutschland wird sie kostenlos beim Zoll beantragt. Die Anmeldung übernimmt in der Praxis meist ein Spediteur als Vertreter.
Wer Importeur ist, hängt vom Incoterm ab: Bei EXW, FOB oder CIF sind Sie es selbst – Sie zahlen Zoll und EUSt und ziehen die EUSt als Vorsteuer ab. Bei DDP übernimmt der Verkäufer die Einfuhr. Ein chinesischer Lieferant braucht dafür eine EU-EORI und muss sich in der Regel in Deutschland umsatzsteuerlich registrieren, weil die Lieferung dann als Inlandslieferung gilt. Kann er die EUSt nicht abziehen, steckt sie oft versteckt im Preis. Mehr dazu im Artikel Incoterms bei China-Importen.
Liefert eine deutsche GmbH DDP, ist sie selbst Importeur und stellt Ihnen eine normale Rechnung mit deutscher Umsatzsteuer. Bei TOP Asia Technik GmbH ist die Lieferung frei Haus (DDP) der Standard: TOP Asia Technik GmbH tritt als Importeur auf, verzollt, zahlt Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, und Sie erhalten eine deutsche Rechnung in Euro mit 19 % Umsatzsteuer. Auf Wunsch sind auch EXW oder andere Incoterms möglich.
Häufige Fragen zu Zoll und Einfuhr aus China
Ist der Zollwert der Rechnungsbetrag?
Nicht ganz. Zum Rechnungsbetrag kommen Fracht und Versicherung bis zur EU-Grenze sowie bestimmte Hinzurechnungen wie beigestellte oder separat bezahlte Werkzeuge.
Gibt es Zollpräferenzen für Waren aus China?
Nein. Zwischen der EU und China gibt es kein Freihandelsabkommen, und China ist auch nicht mehr im Allgemeinen Präferenzsystem der EU begünstigt.
Wie erfahre ich, ob ein Antidumpingzoll gilt?
Im TARIC unter der 10-stelligen Codenummer mit Ursprungsland China. Maßgeblich ist auch der Hersteller: Für namentlich genannte Unternehmen gelten oft niedrigere Sätze, wenn eine ordnungsgemäße Handelsrechnung mit vorgeschriebener Erklärung vorliegt.
Betrifft CBAM auch kleine Importeure?
Unterhalb von 50 t CBAM-Waren pro Jahr und Importeur entfallen die Pflichten seit 2026. Die Menge zählt über alle CBAM-Waren eines Jahres zusammen – auch schwere Gussteile oder Stahlkonstruktionen können die Grenze schnell erreichen.
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